Ein Leben im Kofferraum, eine Einführung

Seit wir mitte Februar in süd Chile unser gutes altes Auto PapaZao gekauft haben, haben wir an sehr vielen wunderschönen Orten übernachtet – und auch an weniger schönen Orten wie in Schlammlöchern mit vielen bösen Mücken in denen PapaZao sich festgefahren hatte. Zur Feier unseres halbjährigen Autolebens werden wir für euch unsere Höhen und Tiefen scharmlos enthüllen.

Das wichtigste ist natürlich Essen, was zusammen mit einkaufen und zubereiten einen großen Teil unserer Tagesplanung einnimmt. Kulinarisch ist das Auto ein echter gewinn, denn es macht uns unabhäng von den örtlichen Fleischfresserküchen. Im vergangen halben Jahr haben wir unsere Küche fast vollständig ausgestattet und seltene Zutaten wie Kräuter und Nüsse in großen Mengen bevorratet.

Egal wen wir treffen, alle wundern sich das wir in dem kleinen Arbeiterauto leben können. Der Laderaum ist nur 118cm auf 176cm groß, gerade groß genug damit ein langer Marcel diagonal zum Schlafen hinein passt. In der höhe ist der Laderaum zweigeteil, oben ein ca. 1 Meter hoher Schlafbereich und darunter eine 60-70cm hohe rand voll gestopfte Lagerfläche – natürlich überwiegend mit Fressalien. Was kein bezahlbares Hotel anbieten kann sind Sonnenaufgänge in unberührter Natur oder einem Morgenspaziergang zwischen Pimguinen. Zudem waren in Argentinen Hotels nahezu unbezahlbar uns selbst die meisten Campingplätze mit fast 20€ pro Nacht unverschämt überteuert. Wir suchen uns unsere Übernachtunsplätze selbst entweder Empfehlungen anderer Reisender über die iOverlander App oder eigene Orte an Hand der OpenStreetMaps-Karten. Wir übernachten Wild an einsamen Stränden, an entlegenen Seitenstraßen, an Flüssen oder Seen.

PapaZao hat fast alles was eine kleine Wohnung braucht – Küche, Schlafzimmer, Lagerraum und Voratskammer, einzig das Badezimmer fehlt. Alle unsere Übernachtungsplätze verfügen daher über vollständig ausgestattete Buschtoiletten. Um Yatings Reinlichkeitswahn zu befriedigen suchen wir alle paar Tage öffentliche Duschen auf, in Argentinien meist in Tankstellen, hier in Bolivien in privaten Hostels oder in Busbahnhöfen. Auch die Waschmaschiene vermisst Yating schmerzlich. Zwar gibt es ab und an Wäscherein die uns gerne die schmutzige Wäsche abnehmen, dafür stinkt danach leider alles tagelang nach frühlingsfrisch oder Sommerblumenwiese. So waschen wir meist doch selbst und hoffen auf einen sonnigen Tag zum Trocknen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert