Wandern auf der königlichen Inkastraße

Das heutige Peru sowie Teile von Equador, Bolivien, Argentinien und Chile waren einst das Reich der Inka. Ein junges Reich, dass bereits nach nur etwa 100 Jahren von den Spaniern 1532 mit nur 168 Soldaten vernichtet und versklavt wurde. Dennoch ist Peru übersäht von den Spuren der Inka, denn die Inka waren hervorragende Baumeister. Neben den bekannten Kultstätten wie Machu Picchu haben die Inkas auch ein weit verzweigtes gutes Straßennetz gebaut, in dessen Herzen die königliche Inkastraße Equador mit der Mitte Argentiniens verband.

Einst war die gut 10 Meter breite Straße gepflastert, heute ist sie weitgehend von Gras und Moos überwachsen – kurzum ein perfekter Wanderweg. Wir haben uns von Gregor, einem weit gereisten Wanderer, das schönste Stück empfehlen lassen.
Als erstes fürt uns der Weg nach Huánuco Pampa, einst mit über 1000 Gebäuden eine der größten Städte der Inka. Dennoch verirren sich hierher kaum Touristen. Das Gästebuch kennt nur eine Hand voll Besucher täglich – alle aus Peru. Wir genießen die friedvolle Einsamkeit der schön präsentierten Ruinenstadt.

Zeremonieplatz aus perfekt geschlagenen Steinquadern
Als nächstes erwarten uns in Baños alte noch heute genutzte Inkabäder – zwei Steinpools mit warmem Termalwasser. Wir vom Wohlstand verwöhnten nutzen jedoch lieber das nebenan neu gebaute Termalbad. Eine gute Wahl, denn während wir baden fällt ein heftiger Hagelsturm über uns her und färbt die Landschaft weis.

Ab hier verläuft der Inkaweg durch einsame Bergtäler und Schluchten. Wir sehen nur einige kleine Bauernhöf, ohne Strom, Wasserversorgung oder Straßen. Deren Familien bearbeiten ihre Felder wie in alter Zeit mit blosen Händen und Schaufel. Auch Sie nutzen die alte Inkastraße, jedoch nicht zum Wandern sondern als einzige Verbindung zur Ausenwelt – eine Tagesreise zu Pferd.

Eine Bäuerin, die am Wegrand sitzt und ihre Schafwolle altertümlich mit der Spindel zu Garn dreht, fragt uns nach unserem Ziel. Wir sind exoten hier und haben diese Frage schon oft beantwortet. Die Bäuerin weist uns den Weg zum 4470m hohen Pass „Inka Poyo“ was Rastplatz der Inka bedeuet. Hinter dem Pass ändert sich die Landschaft erneut, glatte nakte schräge Felswände formen das Tal. Die Inkastraße ist aufwändig in den Fels geschlagen, eine ebener Weg im schrägen Gestein.

Inka Poyo

Der Inkaweg nährt sich allmählich wieder der modernen Zivilisation. In den Hängen der einst traumhaft schönen Täler klaffen die Wunden neuer Straßen. Auch wir freuen uns nach einer Woche zu Fuß auf eine warme moderne Dusche. Es war eine anstrengende, aber auch sehr schöne Wanderung.

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