Reisepass kidnapping

In Bolivien hat Yating auch das große Glück visapflichtig zu sein. An das Visa zu kommen war diesmal erstaunlich einfach. Bei unserem ersten Besuch im Konsulat in Salta wurden wir zwar mit den Worten „Heute ist das Compuersystem kaputt“ abgewimmelt, aber bei unserem zweiten Versuch in Jujuy haben wir nach etwas betteln das Visum sogar am gleichen Tag abholen dürfen. In der Summe also wegen fehlende Öffnungszeiten nur 4 Besuche beim Konsulat und wenige Stunden Schlange stehen auf der Argentinischen „Bank de la Nation“ – kurzum das einfachste Visa unseres Lebens.

Jedoch ist das Visa nur für 30 Tage gültig und muss auf der Ausländerbehörde verlängert werden. Natürlich ergteift Bolivien hier die Chance zu beweisen, dass sie genauso sinnfrei und schikanös arbeiten können wie die argentinischen und deutschen Behörden.

Aufgepasst! Reisepass Kidnapping passiert wir folgt…

Bei unserem ersten Besuch sollen wir neben dem üblichen Reise verlauf noch von unserem Hotel eine Unterkuntsbescheinigung für Yating organisieren. Was das ist und wie so etwas aussieht kann uns die Dame leider nicht verraten. Unser Hotel weiß natürlich auch nicht was das sein soll und schickt uns mit der Rechnung zurück. Aber das wir ein Zimmer bezahlt haben heist natürlich nicht, dass wir dort auch übernachtet haben. Der nächste Versuch mit einem handgeschriebenen und unterschriebenen Zettel des Hotels, das wir dort wohnen scheitert natürlich auch. Diesmal begründet die Ausländeramtsschikaniererin dies damit, das der Wisch nicht auf offiziellem Geschäftspapier der Unterkunft erstellt und mit einem Stempel versehen wurde – beides Dinge, die unsere Unterkunft natürlich nicht einmal besitzt.

Macht auch nix, denn bei unserem Besuch am nächsten Tag wird keine Unterkunftsbescheinigung mehr benötigt. Wir landen diesmal ganz woanders und dort erklärt man uns, dass das Visa erst 10 Tage vor ablauf verlängert werden kann. Das wir zum Ablauf ca. 65Okm entfernt irgendwo mitten im nirgendwo herumsitzen werden kann die Dame natürlich nicht erweichen und sie erklärt uns dass dann eben täglich ca. 3,5€ Strafgebühr fällig werden.

Natürlich möchte Yating den in Picacho von Einwanderern erhaltenen gut gemeinten Rat auf die Visaverlängerung einfach zu verzichten und am Ende die Strafe zu bezahlen nicht beherzigen und so probieren wir erneut unser Glück. Diesmal scheint alles reibungslos zu verlaufen, Antrag abgeben, bei der Bank Gebühr bezahlen und dann folgt die Ernüchterung. Ganze 3 Tage Bearbeitungszeit soll die Verlängerung brauchen – und so warten und warten wir.

Wenn es nach 3 Tage fertig wäre, wäre es zu einfach gewesen…

Als wir 3 Tage später den Reisepass mit dem neuen Visum abholen möchten verweigert man uns die Herausgabe. Yating soll sich zuerst als „In bolivien lebender Ausländer“ registrieren. Eine Dame, die sich beruflich auf Hilfe bei Behördengängen spezialisiert hat erklärt uns wie selbstverständlich, dass diese Registrierung natürlich keinen Sinn macht, aber da das Ausländeramt diese heute sehen möchte müsse man diese eben machen. Nach erfolgreicher Registrierung erfahren wir das die Visaverlängerung nach 3 Tagen leider noch nicht fertig ist und wir irgendwann nächste Woche wieder kommen sollen. Nun machen sich die 4€ für unsere Helferin tatsächlich bezahlt, den wir bekommen heimlich den Tipp uns beim Vorgesetzten zu beschweren. Der ist zwar 2 Stunden nach Arbeitsbegin noch nicht im Hause, aber als er eintrifft verspricht er uns dass wir unsere Visaverlängerung heute Nachmittag abholen können. Überglücklich und herzlich dankend verlasen wir die schaurigen Gemäuer um irgendwie noch einen weiteren Tag in Santa Cruz tot zu schlagen. Als wir am späten Nachmittag wieder kommen um das Meisterwerk in Empfang zu nehmen werden wir jedoch vom Vorgesetzten gleich abgefangen, der uns hinter verschlossener Tür erklärt, dass unsere Visaverlängerung leider doch noch nicht fertig geworden ist. Einfach toll wie der Chef hier seinen Laden im Griff hat – wenigstens das war in Argentinien besser. Wir wollen entnerft aufgeben und lieber Strafe bezahlen und so bitten wir darum Yatings Reisepass unbearbeitet wieder heraus zu geben. Natürlich scheitert auch das, denn irgendwie weiß niemand, wo sich der Reisepass gerade befindet. Es bleibt uns also nichts anderes übrig als darauf zu hoffen, das die bürokratischen Mühlen Boliviens irgendwann einmal fertig mahlen und am Ende hoffentlich auch Yatings Reisepass wieder ausspucken und nicht wie bei der argentinischen Polize einfach spurlos im Nirvana verschwindet. Wir überlegen vorsichtshalber schon einmal wie wir an einen neuen Pass kommen können, was jedoch nur in Chile oder Peru möglich ist, denn in Bolivien gibt es keine taiwanesiche Vetretung. Aber wir haben diesmal mehr Glück als in Argentinien – der Pass taucht tatsächlch wieder auf, und nahezu unglaublich inklusive der Visaverlängerung.

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