Ein Ort für Turisten

Die Menschen der Andenvölker sind super freundlich und hilfsbereit. Seit Bolivien sind wir es gewohnt, das uns wildfremde Menschen freudig zuwinken, uns grüßen oder versuchen ein paar neugierige Worte mit uns zu wechseln. Fast überall wo wir hinkamen wurden wir freundlich empfangen. Erst gestern wieder wurden wir in einem kleinen armen Bergdorf in dem wir übernachtet haben morgens von einer älteren Dame mit einer Kanne Kaffee und frisch aufgebackenen Käsebrötchen als Geschenk zum Frühstück empfangen.

Im Hochland Ecuadors gibt es einen Vulkankrater mit einem schönen, runden, grünen Vulkansee Quilotoa. Vom Kraterrand hat man beste Aussicht auf die umgebende Hochebene mit den kleinen Dörfern und Feldern der einheimischen Bauern. Kurzum ein schöner idylischer Ort, der touristische Berühmtheit erlangt hat.

Die Touristen pilgern in ein kleines Dorf am Kraterand mit weit unter 1000 Einwohnern. Täglich kommen unzählige Reisebusse hier an, bringen hunderte von Touristen in den kleinen Ort. Im Ort herrscht Goldgräberstimmung. Der Ort besteht nur noch aus Souvenierläden, Restaurants und Hostels. Überall wird neu gebaut, denn scheinbar jeder träumt davon ein Stück vom Kuchen abzubekommen – von den Touristen reich zu werden.

Kein Wunder, die Region ist arm, arm und überbevölkert. Es sind Hochlandbauern, die versuchen vom spärlichen Ertrag iher Kartoffel-, Zwiebel- und Quinoafelder sich und ihre kinderreichen Familien zu ernähren. Aber oftmals reicht es dennoch nicht. Laut Statistik der Regierung Perus sind 1/3 der Kindern im Hochland unterernährt, hier in Ecuador dürfte das kaum ander sein.

Aber hier in diesem kleinen Dorf ist alles anders. Die Touristen bringen Reichtum. Alles hier ist für Touristen, ist 4 mal so teuer wie in den Dörfern außen herum. Von den Einheimischen werden wir nicht mehr freundlich gegrüßt – im Gegenteil, viele grüßen nicht einmal zurück. Die Einwohner des Dorfes versuchen die notwendige tägliche Flut der Touristen zu ignorieren. Es ist einer der wenigen Orte unserer Reise, an dem wir uns nicht wilkommen gefühlt haben.

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